Nicht verpassen: Zukunftsexperte Dr. Stephan Sigrist an der automation & electronics 2019

Aktualisiert: 29. Mai 2019

Wir stellen vor, Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter des Schweizer Denklabors Think Tank W.I.R.E..

Seit vielen Jahren analysiert der promovierte Trendforscher interdisziplinär Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und beschäftigt sich insbesondere mit den Folgen der Digitalisierung.



Im Exklusivinterview mit INOVERIS bekommen Sie einen Vorgeschmack, wie Dr. Stephan Sigrist

bei seiner Keynote am 05. Juni 2019 auf eine überraschende und unerwartete Art auf die Herausforderungen von morgen eingehen wird.


Das Exklusivinterview:


Welches Thema präsentieren Sie an Ihrem Keynotespeech an der automation & electronics 2019?

Die Zukunft der vernetzten Infrastruktur. Ich werde wichtige Entwicklungen aufzeigen und diese in einem grösseren Bild mit Blick auf die Folgen für die Wirtschaft, den Standort Schweiz aber auch die Gesellschaft ableiten


Was ist dabei Ihre zentrale Botschaft?

Es wird immer wieder behauptet, dass alles was digitalisierbar - und automatisierbar ist auch digitalisiert wird. Das sehen wir nicht so. Eine Innovation trifft dann auf, wenn sie einen konkreten Mehrwert für die Nutzer stiftet, nicht wenn etwas theoretisch technisch machbar ist. Hier gilt es das gängige Narrativ der Digitalisierung kritisch zu hinterfragen und den Fokus auf die Innovationsfelder zu legen, die wirklich einen Nutzen stiften. Dies erfordert die Auseinandersetzung mit den künftigen Bedürfnissen der Menschen.


Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung in der Digitalisierung und wo sehen Sie dringend Nachholbedarf?

Wir sind aktuell dran die Grundinfrastruktur aufzubauen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind Standards, aber auch Grundlagen wie eine e-Identity. Hier braucht es eine pragmatische Lösung und die Verantwortung des Bundes. Darüber hinaus gilt es eine langfristige Perspektive für den gesamten Standort zu erarbeite, der die Rolle im internationalen Kontext und Wettbewerb mit den USA oder China aufzeigt. Die Schweiz und Europa haben Stärken, mit denen sie sich Positionieren können, das Nachahmen der Modelle anderer macht hingegen weniger Sinn.


Welche Trendthemen sollten Informatiker & Elektronikfachleute unbedingt aus Ihrer Sicht bezüglich Digitalisierung im Blick haben?

Sie sollten sich über den Nutzen - und Herausforderungen der digitalen Lösungen im Grösseren Kontext Gedanken machen. Das Verbinden von technischer Kompetenz mit den grösseren und langfristigen Herausforderungen ist eine zentrale Aufgabe, wo diese Fachkenntnis zentral ist. Das Denken in Silos greift zu kurz.


Wie steht es aus Ihrer Sicht um den Einfluss und Einsatz der KI in der Industrie? Welche Risiken muss man im Blick haben?

KI wird heute einseitig beurteilt. Die Risiken liegen nicht darin, dass wir in kürze von super intelligenten Computern dominiert werden sondern viel mehr darin, dass Algorithmen nicht in der Lage sind komplexe Entscheidungen zu treffen und dabei zu Verzerrungen beitragen. Umgekehrt gibt es ein enormes Potential zur Automatisierung von einfachen, repetitiven Prozessen. Hier entsteht der Nutzen. Wenn man sich KI vorstellt sollte man eher an Toaster anstatt einen Terminator denken.

Innovationen sind Ihr Herzblut – was raten Sie gerade Jungunternehmern und Start Ups, wenn sie in die Digitalisierung einsteigen?

Die Leidenschaft ist die Grundlage für Erfolg. Man muss sich aber bewusst sein, dass der Begriff auch das «Leiden» enthält. Etwas neues zu Entwickeln und voranzutreiben ist oftmals mit viel Anstrengung und Misserfolgen verbunden. Das muss man sich bewusst sein, darf sich davon aber nicht abschrecken lassen. Der zweite Punkt hat auch mit einem gesamtheitlichen Verständnis zu tun. Gerade für Start Ups die Teilweise sehr spezifische Lösungen entwickeln ist es zentral, den Nutzen der Idee in einem breiteren Kontext einer Industrie zu verstehen - und eben den Mehrwert für die Nutzer im Blick zu haben. Technologie allein ist keine Innovation.






Ort & Datum

Mittwoch, 05. Juni 2019, 15.15 Uhr

ScienceCenter Halle 5, Messe Zürich

Praktische Informationen zur Anreise finden Sie hier.






W.I.R.E. ist ein führender interdisziplinärer Think Tank, der sich seit rund zehn Jahren mit

globalen Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft beschäftigt. Im Fokus des Schweizer Denklabors stehen die frühe Erkennung neuer Trends und deren Übersetzung in Strategien und Handlungsfelder für Unternehmen und öffentliche Institutionen.


An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis zeichnet sich W.I.R.E. durch eine kritische Denkhaltung und politische Neutralität aus. Thematische Schwerpunkte betreffen die digitale Wirtschaft, gesellschaftliche Innovation und die Förderung der Zukunftsfähigkeit.


Mehr Informationen über das Schweizer Denklabor finden Sie hier.



Tickets

Die Keynote Speech im ScienceCenter an der automation & electronics 2019 ist für alle Messebesucher kostenlos.


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